Brüssel-Guide, Dein Brüssel Führer

Brüssel ist nicht nur der Sitz zahlreicher EU-Institutionen, sondern eine reizvolle Stadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Brüssel zählt rund 1,2 Millionen Einwohner und besteht aus 19 Gemeinden, die überaus eigenständig organisiert sind. Zu erreichen ist die belgische Hauptstadt sehr leicht von Deutschland aus. So stehen unter anderem tägliche Flug- und Zugverbindungen zur Verfügung. Im folgenden Text lassen sich zahlreiche nützliche Informationen für einen Aufenthalt nachlesen – beispielsweise Tipps für sehenswerte Orte, die man bei einem Aufenthalt in Brüssel nicht verpassen sollte, wo man übernachten kann und mit welchen kulinarischen Leckereien die Stadt aufwartet!

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Geschichte der Stadt

Brüssel wurde erstmals in der Mitte des 10. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Das Stadtrecht erhielt Brüssel im Jahr 1229 und im Mittelalter war es unter anderem die Hauptstadt des Herzogtums Burgund. Im Verlauf der nächsten Jahrhunderte wurde Brüssel immer wieder von unterschiedlichen Ländern beherrscht, unter anderem von Spanien, Niederlande und Frankreich. Im Jahr 1830 wurde Brüssel die Hauptstadt des neu gegründeten Staats Belgien. Hierbei nahm das deutsche Adelsgeschlecht Sachsen-Coburg-Saalfeld ein Jahr später den belgischen Königsthron ein. Der erste belgische König war Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha, der am 21. Juli 1831 seinen Eid als König der Belgier leistete. Seitdem ist dieses Datum ein nationaler Feiertag in Belgien und wird jedes Jahr mit einer großen Parade auf der Rue Royale sowie einem abendlichen Feuerwerk im königlichen Park zelebriert.

Sehenswürdigkeiten in Brüssel

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Bei einem Trip in die Stadt sollte man vor allem dem Grand Place einen Besuch abstatten. Ein Platz, der aufgrund der beeindruckenden Architektur seiner angrenzenden Gebäude fraglos zu den schönsten Plätzen in ganz Europa gezählt werden kann. Zu bestaunen sind das gotische Rathaus, das Maison du Roi in einem Neo-Renaissance-Stil und natürlich die zahlreichen barocken Zunfthäuser, die von der ehemals starken Stellung des Bürgertums in der Stadt erzählen. Nur ein paar Gehminuten entfernt befinden sich die Galeries Royales Saint-Hubert. Eine bezaubernde Einkaufspassage im Stil der Cinquecento-Renaissance, die über 200 Meter lang ist. Sie beherbergt diverse hochpreisige Textil-Boutiquen sowie exklusive Schokoladengeschäfte und Einrichtungsläden. Sehenswert ist zudem der Justizpalast, der sich oberhalb des Marollenviertels befindet. Das imposante Bauwerk wurde im 19. Jahrhundert im Baustil des Eklektizismus errichtet. Wie gewaltig die Abmessungen des Justizpalastes sind, lässt sich auch daran erkennen, dass seine Grundfläche größer als die des Petersdoms in Rom ist. Vom Justizpalast kann man als Nächstes das erwähnte Viertel der Marollen ansteuern, einem Viertel von Brüssel, das zu den ältesten der Stadt gehört. In den Marollen lassen sich diverse Bars und etliche Antiquitätengeschäfte entdecken. Außerdem findet auf dem Place du Jeu de Balle, der zentral in den Marollen gelegen ist, in regelmäßiger Form ein großer Flohmarkt statt.

Die Wahrzeichen von Brüssel erkunden

Brussels - Grand place Belgium nobody at sunrise

Grand Place Brüssel (c)Bigstockphoto.com/209244181/TTstudio

Die Stadt hat mit dem Manneken Pis und dem Atomium gleich zwei Wahrzeichen. Erstgenanntes Manneken Pis ist eine kleine Brunnenfigur, die aus dem 17. Jahrhundert stammt. Sie stellt einen kleinen urinierenden Jungen dar und befindet sich in der Brüsseler Altstadt. Seit rund 30 Jahren gibt es mit der Figur Jeanneke Pis übrigens auch ein weibliches Pendant in der Altstadt. Das andere Wahrzeichen der Stadt ist das Atomium, das im Brüsseler Norden beheimatet ist. Das Bauwerk weist eine Höhe von rund 100 Metern auf und stellt ein extrem vergrößertes Atommodell dar. Gebaut wurde das Atomium 1958, als die Weltausstellung in Brüssel gastierte. Heute lassen sich in den neun Atomkugeln beispielsweise Ausstellungen besichtigen und von der obersten Kugel eröffnet sich den Besuchern ein sehr schöner Ausblick auf die Stadt. Unmittelbar neben dem Atomium befindet sich der überaus interessante Miniaturenpark “Mini-Europa”, der mit Bauten aus der Europäischen Union in einem Maßstab von 1:25 ausgestattet ist.

Parks in Brüssel

Um der Hektik der Großstadt auch einmal zu entfliehen, bietet Brüssel verschiedene Parkanlagen. Ein Beispiel ist der großflächige Jubelpark. Er befindet der sich in der Nähe des Europaviertels mit seinen bekannten Institutionen wie Europäisches Parlament, Europäische Kommission und Europäischer Rat. Besonders eindrucksvoll ist der Triumphbogen am Eingang des Parks, der mit seiner Quadriga an das Brandenburger Tor in Berlin erinnert. Ein weiterer schöner Park ist der Warandepark an der Rue Royale. Der Park befindet sich direkt gegenüber des Königlichen Palasts, weshalb er auch den Namen königlicher Park trägt. In den Sommermonaten finden in ihm oftmals Konzerte rund um einen kleinen Pavillon statt und ein Theater befindet sich ebenfalls am Rand des Parks. Ebenso an der Rue Royale ist ferner der „Botanique“, der Botanische Garten von Brüssel, angesiedelt.

Arts Mountain Brüssel

Arts Mountain in Brüssel (c)Bigstockphoto.com/192778777/RossHelen

Sehenswerte Brüsseler Kirchen

In Brüssel befinden sich ebenso interessante sakrale Bauwerke wie die gotische Kathedrale St. Michael und St. Gudula, die auch von der Königsfamilie für Anlässe wie Hochzeiten in Anspruch genommen wird. Nicht weniger sehenswert ist die Nationalbasilika des Heiligen Herzens. Ein Kirchengebäude im Stil des Art déco, dessen Errichtung zwischen 1905 und 1970 erfolgte. Die Basilika ist die fünftgrößte Kirche der Welt.

Brüssel Kathedrale

Die Kathedrale von Brüssel (c)Bigstockphoto.com/215649205/Yury Dmitrienko

Schmackhaftes in Brüssel

Bei einem Aufenthalt in der Stadt sollten unbedingt auch die kulinarischen Spezialitäten des Nachbarlandes ausprobiert werden. Hierzu gehören natürlich vor allem die Pommes frites, die man in Brüssel am besten in einer “Friture” bestellt. Hierbei handelt es sich um kleine Imbissstuben oder Verkaufswagen, die sich ganz auf die Zubereitung von Pommes frites spezialisiert haben. Besonders beliebt ist unter anderem die “Friture de la Chapelle”, die sich in der Rue Haute in den Marollen befindet. Alle Verkaufsstellen haben nicht nur schmackhafte Pommes frites im Angebot, sondern bestechen durch eine sehr große Auswahl an unterschiedlichen Soßen, die weit über die Optionen in Deutschland von Mayonnaise und Ketchup hinausreicht.

Neben Pommes frites ist Belgien natürlich auch für seine Pralinen weltweit bekannt und geschätzt. Die süßen Verlockungen lassen sich beispielsweise in den Schokoladengeschäften von “Neuhaus” und “Leonidas” erwerben. Ratsam ist der Kauf einer “Melange”, also einer Zusammenstellung von verschiedenen Pralinen in einem kleinen Paket. Beim Kauf kann man sich zwischen unterschiedlichen Größen für ein Pralinenpäckchen entscheiden. Das Nationalgericht der Belgier und somit auch der Bewohner von Brüssel sind wiederum Miesmuscheln, die in vielen Restaurants der Stadt serviert werden. Als Getränk bestellt man sich wiederum am besten ein belgisches Bier. Denn damit hat man gleich die nächste Spezialität aus Belgien probiert. Immerhin hat das Land eine unglaubliche Vielfalt an Biersorten, die aber bisweilen mit Vorsicht zu genießen sind. Immerhin weisen zahlreiche belgische Biere einen wesentlich höheren Alkoholgehalt auf, verglichen mit einem Pils in Deutschland. Um sich über die Bierlandschaft des Landes zu informieren, lässt sich im Stadtteil Schaarbeek, in der Avenue Louis Bertrand auch ein Biermuseum besuchen!

Übernachten in Brüssel

In der Stadt sind Hotels in einer großen Anzahl und in unterschiedlichen Preiskategorien angesiedelt. Sehr zentral sind unter anderem die Hotels auf der Rue Royale gelegen, die von der Innenstadt in Richtung des Stadtteils Schaarbeek verläuft. Beispiele für Hotels auf der Straße sind das “Hotel Bloom!” mit vier Sternen oder das “Motel One” mit drei Sternen. Ebenso befindet sich am Place Charles Rogier diverse Hotels, beispielsweise das “Thon”-Hotel oder das “Crowne Plaza”. Eines der größten Hotels in der Stadt ist wiederum das 4-Sterne-Hotel “The Hotel Brussels”, das sich unweit der Metro-Haltestelle “Louise” befindet und in dem auch schon Staatsgäste wie Barack Obama genächtigt haben.

Brüssel als Startpunkt für Ausflüge

Zwar kann man sich wie beschrieben die Zeit in der Stadt bestens vertreiben, angesichts der zahlreichen Sehenswürdigkeiten, doch Brüssel bietet sich ebenfalls sehr gut als Startpunkt für Trips an. So lässt es sich von Brüssel in etwa einer Stunde mit dem Zug nach Brügge oder Gent in Flandern fahren. Beide Städte warten mit einer faszinierenden mittelalterlichen Architektur auf. Darüber hinaus ist man mit der belgischen Bahn in rund 80 Minuten an der Nordsee. Hierbei steht eine Direktverbindung nach Ostende zur Verfügung. Das ehemalige Seebad weist breite Sandstrände und eine große Strandpromenade für Spaziergänge auf. Mit der Küstenstraßenbahn, die durch Ostende verläuft, lassen sich zudem viele weitere Küstenorte bequem ansteuern. Besonders empfehlenswert ist ein Abstecher nach De Haan, das mit der Straßenbahn in etwa 15 Minuten erreichbar ist. Der Küstenort ist noch sehr ursprünglich und von einer wunderschönen Dünenlandschaft umgeben.

Anreise mit dem Zug

Von Deutschland ausgehend kann Brüssel direkt mit dem Zug angesteuert werden. So stehen mehrmals am Tag ICE-Verbindungen zwischen Frankfurt am Main und Brüssel zur Auswahl. Der ICE passiert auf seiner Strecke auch Köln und Aachen, die als Zustiegsorte genutzt werden können. Außerdem verkehrt der Thalys zwischen Köln und der belgischen Hauptstadt. Die Strecke zwischen Köln und Brüssel nimmt jeweils etwa 100 Minuten in Anspruch. Während der Thalys nur am Bahnhof Brüssel-Midi hält, gewährt der ICE neben einem Ausstieg an dem genannten Bahnhof auch einen Stopp am Bahnhof Brüssel-Nord. Hier sollten Reisende aber etwas vorsichtig sein, da der Nordbahnhof seit etlichen Jahren einen Schwerpunkt für kriminelle Aktivitäten wie Taschendiebstahl darstellt.

Anreise mit dem Flugzeug

Europäisches Parlament in Brüssel

Europäisches Parlament in Brüssel (c)Bigstockphoto.com/91041542/artjazz

Im Norden von Brüssel in Zaventem befindet sich der Flughafen von Brüssel. Dieser sieht verschiedene Flugverbindungen nach Deutschland vor. So bieten unter anderem die Fluggesellschaften Brussels Airline oder Ryanair Flüge zwischen Brüssel und Orten in Deutschland wie Berlin oder Hamburg an. Für den Transfer in die Stadt kann ein Expresszug genutzt werden. Der Bahnhof befindet sich unterhalb des Airports. Mithilfe des Zugs kann der zentrale Bahnhof Midi oder der Gare Central in der Innenstadt innerhalb von rund 20 Minuten erreicht werden. Ein Ticket kostet für einen Erwachsenen etwa neun Euro. Des Weiteren lässt sich ein Express-Bus in Anspruch nehmen, der am Busbahnhof am Airport seinen Start- und Endpunkt hat. Der Bus der Linie 12 verkehrt zwischen dem Europaviertel in Brüssel und dem Flughafen. Für die komplette Strecke benötigt der Bus knapp 40 Minuten. Alternativ lässt sich auch ein Bus der Linie 272 des flämischen Busbetreibers “De Lijn” nutzen. Die Linie verbindet den Nordbahnhof in Brüssel mit dem Airport und die Dauer einer Fahrt beträgt knapp 50 Minuten.


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