Kirche Notre-Dame des Victoires du Sablon


Zwischen dem Place du Grand Sablon und dem Place du Petit Sablon ragt in Brüssel ein Bauwerk hervor, das den Begriff "Imposanz" völlig neu definiert. Hier thront ein atemberaubend schönes Gotteshaus über der Stadt, die Kirche Notre-Dame des Victoires du Sablon. Es gibt viele Namen für diese Kirche, die zu Recht als eine der schönsten gotischen Kirchen in ganz Belgien bezeichnet wird. Ob Notre-Dame des Victoires, Onze-Lieve-Vrouw ten Zavel oder Église Notre-Dame du Sablon – der am Sablon-Platz gelegene Sakralbau ist unter vielen Bezeichnungen bekannt.

Informationen zur Kirche Notre-Dame des Victoires du Sablon

Öffnungszeiten   an allen Wochentagen von 9:30 bis 17 Uhr
Sonntag von 13 bis 17 Uhr
Adresse   Rue des Sablons, 1000 Brüssel

Kirche Notre-Dame des Victoires du Sablon

Die Geschichte der Kirche Notre-Dame des Victoires du Sablon

Das heutige mitten in Brüssel gelegene Stadtviertel Sablon war im 13. Jahrhundert nicht mehr als eine riesige Fläche aus Sand. Bis dahin wurde das Gebiet überwiegend als Begräbnisplatz genutzt. Doch das Blatt wendete sich, als die Gilde der Armbrustschützen im 1304 an Ort und Stelle eine Kapelle erbaute. Dieser Ort wurde ganz bewusst ausgewählt. Es heißt, dass sich an diesem Platz eine wundertätige Madonnenstatue befand. Eine Legende besagt, dass eine fromme Brüsselerin mit dem Namen Beatrijs Soetkns an diesem Ort die Vision hatte, von der Jungfrau Maria angewiesen worden zu sein, die Statue "Onze-Lieve-Vrouw op't Stocxken" in Antwerpen zu entwenden und diese nach Brüssel zu entführen. Beatrijs Soetkns behauptete, dass die Statue nach Brüssel in genau diese Kapelle der Gilde der Armbrustschützen gebracht werden sollte. Diesem Rat kam die Gläubige nach, indem sie die Madonnenstatue via Boot im Jahr 1348 nach Brüssel fuhr. Daraufhin wurde die Frau Zeit ihres Lebens als Patronin der Armbrustschützengilde verehrt und gewürdigt. Die Gilde der Armbrustschützen hatte der Patronin gelobt, die Statue der Madonna zukünftig einmal pro Jahr während einer Prozession – dem Ommegang – durch die Stadt zu geleiten. Dieses Ereignis findet jeweils am ersten Tag im Juli statt.

Ein Neuanfang in architektonischer Form

Diese Geschichte um die wundersame Eingebung der frommen Frau inspirierte die Gilde Anfang des 15. Jahrhunderts, anstelle der älteren Kapelle einen noch größeren und neuen Sakralbau zu errichten. An die Erbauung des südlichen Querschiffs sowie die ersten zwei Pfeiler des Hauptschiffs schlossen sich Erweiterungen des nördlichen Querschiffs sowie des Chores an. Daraufhin widmeten sich die Erbauer den Längsschiffen, die Anfang des 16. Jahrhunderts zusätzlich verlängert wurden. Bis heute befinden sich in der Kirche extrem massive Stützmauern, die darauf schließen lassen, dass ursprünglich die Erbauung eines Turms geplant gewesen ist. Allerdings wurden die Bauarbeiten eingestellt, nachdem der Tod von Karl dem Kühnen im Jahr 1477 Unruhen auslöste. Es dauerte bis zur Epoche der Herrschaft von Philipp dem Schönen, bis die Bauarbeiten am Hauptportal sowie an den Seitenschiffen fortgesetzt wurden. Es war der intensiven Verbindung von Margarete von Österreich – ihres Zeichens die Statthalterin der habsburgischen Niederlande – zu verdanken, dass sie die Kirche im Jahr 1530 für eine Prozession in Gedenken an die Befreiung von der Pest auserkoren hatte.

Die Auswirkungen des Calvinismus auf die Kirche Notre-Dame des Victoires du Sablon

Ein Wendepunkt wurde Ende des 16. Jahrhunderts durch die Einführung des Calvinismus eingeleitet. Als Folge der Glaubensbewegung wurde das Gotteshaus zwar geschlossen. Allerdings wirkte sich der Calvinismus dank des Schutzes durch militärische Gilden nur wenig auf das religiöse Leben in Brüssel aus. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche unter französischer Führung zwar wiederum geschlossen. Doch nur wenige Jahre später wurde das Gotteshaus im Jahr 1803 wieder in Betrieb genommen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche umfassend saniert. Nach einem Abriss aller angebauten Gebäude wurden die einzelnen Teile der Kirche Schritt für Schritt restauriert. Erst im Jahr 1907 waren die Aufbauarbeiten vollendet, nachdem das Südportal erfolgreich restauriert wurde. Trotz dieser Veränderungen hat sich das Gotteshaus seinen ursprünglichen Baustil bewahrt. Bis heute sind Stilelemente der Flamboyantgotik des 15. und 16. Jahrhunderts schon aus weiter Ferne sichtbar. Diese Charakteristika werden insbesondere durch an der Fassade angebrachte Wimpergen und Fialen unterstrichen – kleine Details mit großer Wirkung. Ein ebenso sehenswertes architektonisches Highlight sind die farbenfrohen Kirchenfenster.


Die zweitbedeutendste Kirche in Brüssel

Heute haben mehrere Angehörige der Familie Thurn und Taxis direkt unter der Sankt-Ursula-Kapelle in Sarkophagen ihre letzte Ruhe gefunden. Diese Auswahl der Ruhestätte kommt nicht von ungefähr. Schließlich ist die Notre-Dame des Victoires du Sablon die zweitwichtigste Kirche in Brüssel. Insgesamt ist das Gotteshaus heute 65 Meter lang. Im Zusammenspiel mit beiden Querschiffen nimmt die Kirche eine Breite von 57 Metern ein – stolze Abmessungen für einen Kirchbau, dessen Apsiskapelle oder Apsidialkapelle die architektonische Liebe zum Detail unterstreichen.

Die Pforten der Kirche stehen an allen Wochentagen von 9.30 bis 17 Uhr offen. Am Sonntag verkürzen sich die Öffnungszeiten auf 13 bis 17 Uhr.

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