Königspalast Laeken


Ein Rundgang durch den Königspalast Laeken oder auch Schloss Laeken genannt, führt durch den offiziellen Palast von Mitgliedern der belgischen Monarchie. Die königliche Familie ist allerdings nicht in diesem Königspalast zu Hause. Der Prachtbau wird ausschließlich für offizielle Anlässe genutzt. Regelmäßig trifft der König in dem im Herzen Brüssels gelegenen Palais ein, um Gäste zu empfangen oder Audienzen zu geben.

Königspalast Laeken

Blick auf den Königspalast Laeken

Eine königliche Residenz mit majestätischem Flair

Nahtlos schließt sich der königliche Palast an den Anfang des königlichen Parks an. Der Prachtbau und die Parkanlage sind einzig durch den Platz "Place des Palais" voneinander getrennt. Hier thront dieses repräsentative Bauwerk, dessen heutige Fassade auf eine Initiative von König Leopold II. aus dem Jahr 1900 zurückzuführen ist. Doch königliche Residenzen befanden sich weit vor dieser Zeit an dem Ort. Bis weit in die 1930er Jahre hinein residierten sogar belgische Könige in diesem Gebäude.

Umbauarbeiten nach einem Großbrand im Königspalast Laeken

Vor einigen Jahrhunderten ragten an dieser Position auf dem Koudenberg sogar die Hofburg der Habsburger und Burgunder in Richtung Himmel. Durch einen Brand im Jahre 1731 waren die Tage jedoch gezählt. Stattdessen wurde ein kleineres Domizil errichtet, indem durch Anweisung des niederländischen Königs Wilhelm I. für Häuser zu einem königlichen Palast umgebaut werden sollten. Nach der Vollendung des Bauwerks um 1820 sowie der ein Jahr später folgenden Unabhängigkeitserklärung Belgiens erkor der neue belgische König Leopold I. das Palais zu seinem Sitz aus. Nachdem dessen Nachfolger Leopold II. dem Palast die heutige Gestalt verliehen hatte, siedelte der Herrscher zusammen mit seiner Familie ins Schloss Laeken um. Seitdem wird das heutige Büro des Königs nur noch für repräsentative Zwecke und Wohnsitz des Prinzen genutzt. Zudem befindet sich unter dem Dach des heutigen Prachtbaus ein Museum, in dem eine aufschlussreiche Kollektion der königlich-belgischen Dynastie ausgestellt ist.


Besichtigungen für die Öffentlichkeit zur Sommerzeit

Vis-a-vis zum Palast der Nationen gewährt der Königspalast Laeken seit Mitte der 1960er Jahre Einblicke, von denen viele Monarchie-Fans nur träumen. Regelmäßig öffnen sich zur Sommerzeit die Pforten des Königspalast Laeken für die Öffentlichkeit. Somit kann jeder ein Stück Geschichte erhaschen. Die alljährliche Besichtigungssaison beginnt jeweils nach dem Nationalfeiertag am 21. Juli. Bis Anfang September dürfen Interessenten die heiligen Hallen jeweils besichtigen. Eines ist gewiss: diese Entdeckungstour wird niemand bereuen.

Ein Besuch im Empiresaal

Zwei imposante Kunstwerke sind das Ehrenvestibül und die Ehrentreppe. Insbesondere die Ehrentreppe zieht mit baulichen Details wie prachtvollen Steinsäulen, grünen Marmor am Treppengelände sowie vergoldeten Ornamenten die Blicke auf sich. Der Empiresaal ist eine Augenweide und einer der ältesten Bereiche des Palastes in einem. Der einstige Tanz- und Festsaal des ehemaligen österreichischen Ministers verzaubert mit dem Anblick vergoldeter Basisreliefs und Ornamenten, auf denen musizierende und tanzende Engel abgebildet sind. Die Wandkonsolen des Empiresaals werden seit 2004 von farbenfrohen Blumenkompositionen verziert. Dieses Kunstwerk setzt sich aus elf Blumentöpfen zusammen, von denen jeder einzelne mit Erde einer bestimmten belgischen Provinz sowie Brüssel gefüllt ist. Jeder Blumentopf symbolisiert eine Legende oder Geschichte über die Pflanzen, die sich auf die Hauptstadt oder einzelne Provinzen beziehen. Ein Beispiel ist das Gänseblümchen als Symbol für Westflandern. Bis heute werden im Empiresaal Zeremonien durchgeführt. Beispielsweise werden in diesem Saal ausländische Botschafter in Empfang genommen.

Besonderheiten des kleinen und großen weißen Salons

Der kleine und große weiße Salon bilden in Kombination mit dem Empiresaal das luxuriöse Appartement des österreichischen Ministers. Die historische Dekoration des späten 18. Jahrhunderts wurde weitgehend erhalten. Im Empirestil gefertigtes Mobiliar ist noch immer mit originalem Stickwerk aus Beauvais verziert. Die Venedigertreppe ist für Kunstwerke wie Ölgemälde des Malers Jean-Baptiste van Moer bekannt. Der Name des Goya Salons rührt von den Wandteppichen "Colin-Maillard" und "La Danse", die einer Vorlage von Francisco de Goya entstammen. Der Coburgersalon, Ludwig-XVI.-Salon, Pilastersalon oder Marschallsalon sind weitere Räumlichkeiten, die mit ihrer Individualität bestechen.

Ein Abstecher zum Thronsaal und Marmorsaal

Von außergewöhnlicher Anmut ist der Thronsaal. Ein Blickfang sind die hier verewigten Reliefs, auf denen belgische Wirtschaftszweige wie die Jagd oder Fischfang dargestellt sind. Oberhalb der Türen verankerte Flachreliefs stellen die Schelde und Maas als Symbol für Flandern und Wallonien dar. Aus Eiche und exotischen Hölzern angefertigtes Parkett, vergoldete Ornamente sowie Kronleuchter aus Bronze betonen das monumentale Flair dieses Raums. Der Rundgang setzt sich im Marmorsaal fort, der seinem Namen alle Ehre macht. Mehrere Reiterporträts und grüner Marmor lassen diesen Saal besonders würdevoll erscheinen. Die Große Galerie ist ein unter König Leopold II. errichteter Festsaal, der regelmäßig für Empfänge und Diners genutzt wird. Außergewöhnlich schön sind die Deckengemälde des Künstlers Charles-Léon Cardon, auf denen einzelne Tagesabschnitte dargestellt sind. Ob Morgenrot oder Abenddämmerung – diese Impressionen beeindrucken.

Der Salon der Denker und Spiegelsaal im Königspalast Laeken

Der mit einem Kamin ausgestattete Salon der Denker diente in der Vergangenheit vor allem als Trauerhalle für verstorbene Mitglieder der königlichen Familie. Der zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtete Spiegelsaal wurde nach einer Vision von König Leopold II. dem Kongo gewidmet. Deshalb sind die oberhalb der Kaminmäntel angebrachten Fontons mit einer Afrikakarte verziert. Da König Leopold II. vor der Fertigstellung des Saals verstarb, wurde sein Wunsch der erhofften allegorischen Szenen des afrikanischen Kontinents niemals erfüllt. Stattdessen wurden große Spiegel angebracht – wie es der Name des Saals besagt. Ein Rundgang durch den Königspalast Laeken eröffnet Perspektiven auf eine Welt, die den meisten vermutlich völlig fremd erscheint. Jedes kleine gestalterische Detail ist genau durchdacht. Jedes bauliche Element ist harmonisch auf den Raum abgestimmt. Gold, Marmor und Gemälde sind dominante Gestaltungselemente, die an märchenhaft schöne Welten erinnern.

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