Brüsseler Opernhaus La Monnaie


Bereits der erste Blick auf das Brüsseler Opernhaus La Monnaie gibt zu verstehen, dass keinerlei Superlative für dieses Opernhaus übertrieben sind. Größtes Opernhaus Belgiens. Schönstes historisches Theater Europas. Schönste Oper des gesamten Landes. Keines dieser Lobe entspringt der Fantasie. Das Théâtre Royale de la Monnaie ist eine Augenweide, wie sie im Bilderbuch steht. Grund genug, auf das Königliche Theater La Monnaie auch einen zweiten oder dritten Blick zu werfen.

Informationen zum Brüsseler Opernhaus La Monnaie

Adresse   Place de la Monnaie, 1000 Bruxelles, Belgien
Eröffnung   1856
Plätze   1152

Brüsseler Opernhaus La Monnaie

Ein Haus mit bewegter Geschichte

Erfüllt von der bewegenden Geschichte der vergangenen drei Jahrhunderte, ist das Opernhaus mit turbulenten Zeiten bestens vertraut. Im Laufe dieser Zeit erlebte das niederländisch als De Munt bezeichnete Opernhaus ein Feuer, eine Revolution, zwei Weltkriege und regelmäßig wechselnde Mode – allein deshalb ist das Théâtre Royale de la Monnaie einen Besuch wert. Heute ist die Oper den meisten Besuchern als "La Monnaie" bekannt. Hinter dem belgischen Opernunternehmen stehen die Visionen engagierter Musikenthusiasten, die das künstlerische Leben in Brüssel und ganz Belgien maßgeblich bereichert haben. Immer wieder stand die Oper dank der hohen Qualität und dem Mut der Aufführungen während der letzten Jahrhunderte im Fokus der Öffentlichkeit – um positive Resonanzen zu erhalten.

Eines der schönsten Theater des 18. Jahrhunderts

Das erste Gebäude war ein durch den Bankier Gio Paolo Bombarda finanziertes Gebäude, der das Bauwerk um 1700 im Herzen der Stadt erbauen ließ. Innerhalb kürzester Zeit untermauerte das Gebäude seinen Ruf als eines der schönsten Theater des 18. Jahrhunderts. Eine der ersten Opernaufführungen war vermutlich die Oper "Atys" im November 1700. Innerhalb der ersten 25 Jahre nach der Erbauung wurden hauptsächlich Opern des Komponisten Jean-Baptiste Lully aufgeführt – inspiriert durch Librettos von Philippe Quinault. Nachdem die Tochter des "komponierenden Kaisers Leopold I." - Maria Elisabeth von Österreich – zur Statthalterin ernannt wurde, eroberten venezianische Aufführungen das Musiktheater. Die nächsten Jahre von 1730 bis 1745 waren von stetigen Wechseln der Theaterleitung bestimmt. Nachdem allerdings Karl Alexander von Lothringen im Jahr 1744 zum Statthalter ernannt wurde, eroberte sich das Opernhaus seinen guten Ruf zurück. Lobpreisungen als "beste Oper nach Paris" standen auf der Tagesordnung. In den Folgejahren etablierten sich in dem Opernhaus Gattungen wie die Opera Buffa, bis Opernleiter Ignaz Vitzthumb ab 1772 eigens für die Oper in Brüssel komponierte Werke präsentierte.

Vom alten zum neuen Opernhaus

Düstere Jahre ereilten die "Monnaie" nach der französischen Machtübernahme in der Mitte der 1790er Jahre, als die Oper längst zum reinen Provinztheater degradiert wurde. Die Spuren der Zeit waren an dem Opernhaus nicht mehr zu übersehen. Deshalb wurde das Gebäude komplett abgerissen und durch ein neues Bauwerk ersetzt. Der französische Architekt Louis Damesme war die leitende Kraft dieses Bauprojekts. Im Mai 1819 wurde dieses Haus mit der Opernaufführung La Caravane du Caire von dem französischen Komponisten André-Ernest-Modeste Grétry erbaut.

Eine Opernaufführung und ihre Folgen

Ein Ereignis mit großer historischer Tragweite fand im August 1830 in der Monnaie statt. Damals erhielt König Wilhelm I. zu Ehren seines 59. Geburtstags die Oper "La Muette de Portici", ein Werk des Komponisten Daniel-Francois-Esprit Auber. Nachdem das Duett mit dem deutschen Titel "Heilige Liebe zum Vaterland" das Publikum bereits anheizte, geriet das Auditorium bei der Arie des Masaniello im dritten Akt richtig außer Kontrolle. Musikalisch rief der Sänger dazu auf: "Laufet zur Rache! Die Waffen, das Feuer! Auf daß unsere Wachsamkeit unserem Leid ein Ende bereite!" Daraufhin erhob sich das Publikum und rief laut "Zu den Waffen!" Dieses Ereignis gilt heute als Auslöser der Belgischen Revolution, die später die Unabhängigkeit Belgiens von der Niederlande auslöste.

Auf den Spuren Richard Wagners

Im Januar 1855 zerstörte ein Feuer den Theatersaal. Allerdings blieb der im neoklassizistischen Stil angelegte Säulenvorbau von dem tragischen Ereignis unberührt. Mühevoll wurde der Saal mit seinen 1.150 Sitzplätzen wieder aufgebaut. Das große Foyer wurde durch Leitung des Architekten Joseph Poelaert liebe- und prunkvoll wieder hergerichtet. Die Einweihung des neu erbauten Opernhauses wurde 1856 mit einer Präsentation der Opéra-comique "Jaguarita l'Indienne" von Jacques Fromental Halévy gefeiert. Dadurch inspiriert, erweiterte sich das Repertoire der Opernaufführungen um mannigfaltige Werke französischer und italienischer Komponisten. Ende des 19. Jahrhunderts avancierte die Monnaie zum kulturellen Zentrum des Wagnérisme zu Ehren des Komponisten Richard Wagners. Im Jahr 1881 wurde an der Oper die Uraufführung der "Hérodiade" von Jules Massenets gefeiert.

Opern- und Ballettaufführungen als Publikumsmagneten

Heute ist das Brüsseler Opernhaus eines der renommiertesten Opernhäuser des gesamten Kontinents, dessen Aufführungen von Musikliebhabern aus aller Welt besucht werden. Eine sehr gute Entscheidung war die Intention des einstigen französischen Balletttänzers Maurice Béjart, der mit dem Ballet du XXe siècle das Ballett der Monnaie ins Leben rief. Doch nicht nur für Aufführungen und Genres wie diese ist das Théâtre Royale de la Monnaie bekannt. Wer das Gebäude näher erkunden möchte, kann auch an einer öffentlichen Führung teilnehmen. Insbesondere die Innenräume des Opernhauses sind sehenswert. Das Foyer ist mit Skulpturen und Malereien namhafter Künstler dekoriert. Die schlichte Farbgebung mit schwarzen und weißen Elementen reiht sich harmonisch in die Formgebung und Musterierung ein. Das Entrée zieht mit einem von mehreren Säulen getragenen Dach in Dreiecksform die Blicke auf sich.

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