Kathedrale Saints Michel et Gudule


Ein Ausflug zur Kathedrale Saints Michel et Gudule führt zur Hauptkirche der belgischen Hauptstadt. Auf dem Teurenberg – ebenfalls als Sint Michielsberg bekannt – thronend, wurde das architektonische Kunstwerk vom 13. bis 15. Jahrhundert nach gotischem Stil erbaut. Dieses Bauvorhaben war bis ins Detail durchdacht. Für die Erbauung wurden besondere Felsen aus dem belgischen Gebiet Gobertange genutzt, die bis heute die hellbeinige Optik des Gotteshauses unterstreichen. Dieses Material wurde ganz bewusst gewählt. Denn nur besonders prestigeträchtige Bauten wurden aus diesem Baumaterial erschaffen.

Informationen Kathedrale Saints Michel et Gudule

Öffnungszeiten   Montag - Freitag von 7:30 bis 18 Uhr
Samstag 7:30 - 15:30 Uhr
Sonntag 14 - bis 18 Uhr
Adresse   Place Sainte-Gudule, 1000 Bruxelles, Belgien
Eröffnet   1519

Kathedrale Saints Michel et Gudule

Die Baugeschichte der Kathedrale St. Michael und St. Gudula

Im Laufe des 19. Jahrhunderts erschöpfte sich der Steinbruch. In den 1960er Jahren wandelte sich die einstige Kirche zum Bischofssitz und zur Kathedrale. Das Gotteshaus etablierte sich als größte Nationalkirche Belgiens – ein Ort, an dem bis heute Trauungen und Begräbnisse von Mitgliedern der königlichen Familie durchgeführt werden. Die Innenräume des Gotteshauses sind prall mit kostbaren Kunstschätzen gefüllt. Die im 16. Jahrhundert erbaute Sakramentskapelle dient sogar heute als Schatzkammer. Gelegentlich stehen die Tore der Kathedrale Saints Michele et Gudule – der Kathedrale St. Michael und St. Gudula – für Orgelkonzerte und andere Veranstaltungen offen.

Barocke Elemente überwiegen

Die Geschichte der Kirche reicht viele Jahrhunderte zurück. Auf dem Teurenberg errichteten bereits Karolinger einen Kirchbau, der dem Heiligen Michael geweiht gewesen war. Im Jahr 1047 ließ ein Adeliger namens Graf von Löwen das Bauwerk erweitern, um die Gebeine der Heiligen Gundula vor Ort niederzulegen. Bis heute sind die Überreste der alten Kirche sichtbar. Über eine in der Kathedrale verlaufenden Stiege sind diese Überreste bis heute erreichbar. Der endgültige Beschluss zur Erbauung der Kathedrale in ihrer heutigen Form wurde im Jahr 1226 gefällt. Daraufhin dauerte es noch einmal rund zwei Jahrhunderte, bis die Turmbauten das Bauprojekt des Gotteshauses vollendeten. Ein schweres Schicksalsjahr war 1579. Die Folgen von Auseinandersetzungen durch die Reformation hinterließen in den Innenräumen nichts als einen großen Scherbenhaufen. Seit diesem schicksalsträchtigen Ereignis sind die Gebeine der Heiligen Gundula nicht mehr auffindbar. Aus dem Grund stammt ein Großteil der heutigen Ausstattung der Kirche aus der Zeit des Barocks.

Darstellungen von Episoden der Kirchengeschichte

Auf diese Epoche sind auch die zwölf Apostelstatuen in Lebensgröße zurückzuführen, die um Kunstschätze wie die Eichenholzkanzel mit verzierenden Darstellungen des Sündenfalls und der Erlösung ergänzt wird. Der Schmuck der Beichtstühle besticht mit seinem Reichtum. Der aus schwarzem und weißem Marmor angefertigte Hauptaltar ist ein Meisterwerk aus dem Jahr 1666. Einige Jahrhunderte später wurde die Kapelle um 1912 durch Standbilder der Heiligen Gundula und Michael ergänzt. Besonderes Hauptaugenmerk liegt auf den Glasfenstern, die zu verschiedenen Zeitpunkten mit aufwändigen Gemälden verziert wurden. Auf diesen Glasfenstern sind bis heute unterschiedliche Episoden der Kirchenhistorie verewigt, denen beispielsweise das Hostienwunder von 1370 angehört. Diese Geschichte berichtet von einem Ereignis, demzufolge Blut aus gestohlenen Hostien ausgetreten sein soll. Ob diese Erzählung wahr ist oder nicht – darüber lässt sich natürlich streiten. Von unbestreitbarer Schönheit sind hingegen Kunstwerke wie Skulpturen aus unterschiedlichen Epochen, die sich in der gesamten Kirche oder Schatzkammer befinden.

Ein musikalisches Intermezzo mit Glockenspiel und Orgel

Auf einem Streifzug durch die Kathedrale St. Michel et Gudule fällt ebenfalls das Glockenspiel aus dem südlichen Turm ins Auge. Regelmäßig ertönt an Sonntagen das Glockenspiel mit seinen 49 Glocken. Nicht nur die Herzen von Musikliebhabern schlagen beim Anblick der Orgel höher. Die zweimanualige Chororgel aus dem Jahr 1977 wird durch eine große an der Nordwind des Hauptschiffs angebrachten Orgel ergänzt: perfekte Voraussetzungen, um Gottesdienste oder Konzerte im großen Stil abzuhalten. Heute hat sich die Kathedrale ihren Ruf als bedeutungsvollstes Gotteshaus der Stadt Brüssel gesichert, in dem zugleich die Erzdiözese Brüssel-Malines ansässig ist. Als Sitz der höchsten Instanz kirchlicher Hiearchie Belgiens ist die Kathedrale längst zu einem Ort avanciert, auf den die Augen der Öffentlichkeit gerichtet sind. Darüber hinaus ist das Gotteshaus eine große Bereicherung für das kulturelle, geistliche und gesellschaftliche Leben von ganz Belgien. Regelmäßig werden nationale oder internationale Künstler zu Ausstellungen oder Chorauftritten eingeladen. Alle wichtigen Zeremonien der Königsfamilie wie Trauerfeiern oder Hochzeiten werden an diesem Ort abgehalten. Ein gutes Beispiel: die Trauung des aktuellen Königs Philippe.


Öffnungszeiten der Kathedrale Saints Michel et Gudule

Die Kathedrale ist über das ganze Jahr hinweg montags bis freitags von 7.30 bis 18 Uhr geöffnet. An Samstagen verkürzen sich die Öffnungszeiten auf 7.30 bis 15.30 Uhr. Sonntags dürfen Besucher die Kirche von 14 bis 18 Uhr betreten. Generell herrscht für die Kathedrale freier Eintritt. Wer einen Blick auf das Schatzmuseum, die romanische Krypta oder andere archäologische Relikte werfen möchte, muss hierfür Eintritt bezahlen. Die Umgebung um die Kathedrale Saints Michel et Gudule ist ebenso sehenswert. Nur einen Steinwurf von dem Gotteshaus entfernt, lockt die alte Handelsstaat mit Attraktionen wie dem Atomium, weiteren Kirchen oder dem Großen Markt. Das Mini-Europa in Brüssel ist ebenso sehenswert. Hier dürfen sich Besucher auf eine bunte Auswahl an im Maßstab 1:25 angefertigten europäischen Sehenswürdigkeiten freuen.

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