Jeanneke Pis


Die belgische Hauptstadt Brüssel ist für Sehenswürdigkeiten wie das Atomium oder Manneken Pis weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Doch nur die wenigsten Besucher wissen, dass es zum Manneken Pis ein weibliches Pendant gibt – die Jeanneke Pis. Tausende an Besuchern strömen alljährlich zu dem kleinen urinierenden Mann, der ohne Pause in ein Brunnenbecken "pinkelt" – so wortwörtlich. Dieser Brunnen und die Statue an der Ecke Rue de L'Etuve/Stoofstraat dienten einst der Trinkwasserversorgung. Deshalb war das Manneken Pis natürlich das einzige Wesen, das in dem Brunnen Wasser lassen durfte.

Informationen zum Atomium

Adresse   Impasse de la Fidélité 10-12, 1000 Bruxelles, Belgien
Einweihung   1987

Jeanneke Pis

Das männliche Vorbild

Im Minutentakt strömen Menschen zu der Figur, um mit dem kleinen Jungen zu posieren. Mittlerweile gibt es sogar mehr als 800 Kostüme, in die die Figur gelegentlich gehüllt wird. Wesentlich ruhiger und weniger Aufsehen erregend geht es dabei bei der Jeanneke Pis zu. Ob die Statue nun die kleine Schwester oder einfach nur ein Pendant des Manneken Pis ist, sei dahingestellt. Fakt ist: mit Abmessungen von 50 Zentimetern ist Jeanneke Pis im Vergleich zum 61 Zentimeter großen Manneken Pis tatsächlich wesentlich kleiner. Die Skulptur ist wesentlich jünger als das männliche Vorbild, das Brüssel schon seit dem Jahr 1619 ziert. Das Mädchen uriniert hingegen erst seit 1985 in Brüssel ins Wasser.

Die Idee hinter Jeanneke Pis

Gut versteckt strahlt die Bronzestatue in der Impasse de la Fidelité mit der Sonne um die Wette. Hier ist das unter Einheimischen als "Brusseleir" bekannte Mädchen hinter Gittern in einer kleinen Sackgasse in der Nähe der Rue des Bouchers zu Hause. Es ist einer Idee des Bildhauers Denis-Adrien Debouvrie zu verdanken, dass sich das urinierende Mädchen in Brüssel seitdem an Ort und Stelle befindet. Einen historischen Hintergrund gibt es zwar nicht. Dennoch heißt es, dass der Bildhauer mit der Auge in Auge zum Délirium-Café erschaffenen Figur den Zweck verfolgte, die Gleichberechtigung zwischen Junge und Mädchen wiederherzustellen. Andere Gerüchte besagen, dass die Idee hinter der Statue auf die Betreiber dieses Cafés zurückgeht. Die Figur sollte erschaffen werden, um noch mehr Besucher in das Etablissement zu locken. Wie heißt es so schön? Hinter jeder Geschichte steckt ein Körnchen Wahrheit. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass auch für die Anfertigung der Statue mehrere Beweggründe zusammenspielen.


Das tierische Pendant zu Junge und Mädchen

Vermutlich ist nur den wenigsten Besuchern bekannt, dass es in Brüssel sogar noch eine dritte "Pinkel-Figur" gibt. Zinneke Pis ist der Name eines Mischlingshundes aus Bronze, der seine Bezeichnung dem gleichnamigen Fluss zu verdanken hat. Dieser Name erinnert ans Mittelalter, als ein Fluss namens "Senne" durch Brüssel verlief. Zur damaligen Zeit trieben sich viele Hunde um das Gewässer herum. Im Gegensatz zu seinen menschlichen Vorbildern pullert der Vierbeiner allerdings in keinen Brunnen. Das Tier hebt sein Bein nur an einem Poller, der die Rue des Chartreux/Kartuizersstraat sowie die Rue Saint Christophe/Sint Kristoffels Straat kreuzt. Dennoch komplettiert der Hund das Trio der berühmten Brüsseler "Pisser".

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