Geschäftsreise nach Belgien


Wer geschäftlich nach Belgien reist, sollte sich vorher ein wenig über das kleine Land informieren. Vielen fällt zum Thema Belgien spontan nur sehr wenig ein: Brüssel, Antwerpen, Rubens. Dann hört es bei vielen auch schon auf, das Wissen über den kleinen Nachbarstaat. Das kommt bei den Belgiern allerdings nicht so gut an.
Viele deutsche Besucher wirken auf die Belgier aufgrund ihrer Unwissenheit arrogant und oberflächlich. Dabei hat das kleine Land einiges zu bieten. So ist Belgien ein wichtiges Ein- und Ausfuhrland und ein wichtiger Handelspartner für deutsche Unternehmen. Nicht zu vergessen ist, dass Belgien ein Königreich ist, Philippe und Mathilde heißt das Königspaar seit 2013.

Geschäftsreise nach Belgien
Geschäftsmann vor dem Atomium in Brüssel auf seiner Geschäftsreise

Geschäftsreise nach Belgien – Organisatorisches

Deutsche Staatsangehörige, die nach Belgien reisen, brauchen kein Visum und können mit einem gültigen Reisepass oder Personalaufweis problemlos die Grenze überqueren. Wer mit dem Auto unterwegs ist, braucht lediglich seinen deutschen Führerschein mitzuführen. Weitere Länderinformationen zu Belgien hält das Auswärtige Amt vor.

Unternehmen, die mit Belgien geschäftlich verkehren, kennen viele der Fallstricke, die auf die Mitarbeiter warten können. Sie haben häufig schon vor der ersten Reise persönlichen Kontakt mit ihren Geschäftspartnern und tätigen regelmäßig Anrufe nach Belgien, wobei sie die Landesvorwahl +32 benutzen müssen wie auf vorwahl-online.de nachzulesen ist.

Wenn es dann tatsächlich auf Reisen geht, entsteht den Mitarbeitern ein Verpflegungsmehraufwand, den sie sich von ihrem Arbeitgeber zurückholen können. Für Deutsche, die nach Belgien reisen, gelten folgende Pauschalen für die Verpflegungsmehraufwendungen:

  • 28 Euro für den An- und Abreisetag sowie eine Abwesenheit von weniger als acht Stunden
  • 42 Euro für einen vollen Abwesenheitstag

Zum Thema Verpflegungsmehraufwand bei Geschäftsreisen ins Ausland gibt es unter verpflegungsmehraufwand.de weitere Informationen.

Die belgische Küche

Eine landestypische Küche existiert in Belgien nicht. Die kulturellen Unterschiede zwischen Flamen und Wallonen machen sich jedoch vor allem in der Küche bemerkbar. Einzelne Gerichte lassen sich meist sehr genau einer Region zuordnen. In Brüssel und der Wallonie übt die französische Küche großen Einfluss aus. Es gibt ein Gericht, das sich als belgisches Nationalgericht bezeichnen lässt: Moules et frites. Das sind Miesmuscheln mit Pommes frites. Die Belgier haben übrigens die Pommes frites erfunden, weshalb sie auch besonders beliebt sind. Dazu gibt es eine spezielle belgische Frittensoße. Diese Gerichte muss jeder, der nach Belgien kommt, probieren. Dabei ist erwähnenswert, dass die Belgier ihre Fritten bei einer „Friture“ kaufen und sie nicht selbst zu Hause zubereiten. Frituren sind Verkaufsstände an belebten Plätzen oder Restaurants, deren Spezialität frittierte Gerichte sind.

Essen in Brüssel
Ein Klassiker sind die belgischen Waffeln, die sowohl warm als auch kalt ein Genuss sind

Ein weiterer Klassiker sind die belgischen Waffeln (Essen in Brüssel), die sowohl warm als auch kalt ein Genuss sind. Traditionell gibt es sie mit Bananen, Erdbeeren oder heißer Schokolade. Und wenn es schon um die kulinarischen Erfindungen im Land geht, dann dürfen auch Pralinen nicht unerwähnt bleiben. Die Belgier haben nämlich nicht nur die Fritten, sondern auch die Pralinen erfunden. Belgien ist weltbekannt für seine hochwertige Schokolade. In Brüssel gibt es sogar ein Kakao- und Schokoladenmuseum.

Belgien – das Babylon in Europa

In Belgien ist die Sprachfreiheit in der Verfassung festgeschrieben. Jeder kann selbst entscheiden, welche Sprache er in seinem privaten, wirtschaftlichen, kommerziellen, religiösen oder kulturellen Leben benutzen möchte. Es gibt drei offizielle Landessprachen, die in verschiedenen Gebieten des Landes gesprochen werden. Dabei ist die in einer Region vorherrschende Sprache auch gleichzeitig die Amtssprache für diese Region.

  • Das Land unterteilt sich in ein niederländisches, ein französisches, ein deutsches und ein zweisprachiges Sprachgebiet. Belgien zählt circa elf Millionen Einwohner.
  • 6,25 Millionen davon leben in der flämischen Region und haben als Amtssprache Niederländisch.
  • 3,5 Millionen leben in der wallonischen Region mit Französisch als Amtssprache.
  • 1,1 Millionen leben in der Metropolregion Brüssel, die zweisprachig ist.
  • Im deutschsprachigen Gebiet, das in der wallonischen Region liegt, leben circa 75.000 Belgier.

Allerdings lässt sich die Gesamtzahl der Menschen, die tatsächlich Niederländisch oder Französisch in den jeweiligen Regionen reden, nur schwer überprüfen. Es gibt dazu kein offizielles Register. Wer auf Geschäftsreise in Belgien unterwegs ist, sollte sich unbedingt vorher über die Sprache in den jeweiligen Regionen informieren. In der Schule lernen die meisten auch Englisch, sodass es im Notfall möglich sein sollte, sich auch auf Englisch zu unterhalten und durchzufragen.

Tipps: Dos und Don‘ts in Belgien

Im Geschäftsverkehr gibt es ein paar wichtige Gepflogenheiten, auf die sich Geschäftsreisende vorbereiten sollten. Ganz wichtig ist es wirklich, die Sprachtrennung im Land zu respektieren. Darauf legen die Belgier großen Wert. So besteht 60 Prozent der Bevölkerung aus Flamen, die Niederländisch reden. Sie sind keine Niederländer und wollen nicht auf Französisch angesprochen werden. Die Wallonen sprechen Französisch und mögen es gar nicht, wenn sie jemand auf Niederländisch anspricht.

Politische Diskussionen sind in Belgien sehr populär. Sie beziehen sich häufig auf den Regionalismus und den Sprachenstreit. Wer kein Belgier ist, sollte sich hier sehr zurückhalten und diese Themen am besten ganz vermeiden. Beliebtere und zugleich unverfänglichere Themen sind hingegen Urlaubsreisen, zum Beispiel reisen die Flamen sehr gerne nach Österreich. Auch historische Themen, wie Maria-Theresia, oder Sport, hier vor allem das Radfahren und der Fußball, sind empfehlenswert.

Im Geschäftsverkehr, insbesondere bei mittelständischen Unternehmen, spielt die persönliche Beziehung und die Chemie zwischen den Geschäftspartnern eine große Rolle. Akademische Abschlüsse sind dort weniger wichtig und ihnen wird auch meist keine allzu große Bedeutung in Gesprächen zugemessen.

Noch ein paar Tipps zum Schluss:

  • Der 21. Juli ist Nationalfeiertag
  • Deutsche Gründlichkeit und Korrektheit wirken oft zu direkt und kalt
  • Mit den Fingern beider Hände zu knacken, gilt als geschmacklos
  • Naseputzen in der Öffentlichkeit ist unhöflich
  • Nikolaustag am 6. Dezember ist viel wichtiger als in Deutschland
  • Regionale Unterschiede: Wallonen sind eher zurückhaltend, leise und ruhig in ihrer Art. Bei den Flamen ist lautes Lachen erlaubt
  • Zahnstocher benutzt keiner in der Öffentlichkeit

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