BRUESSEL-GUIDE
STADTPLAN

 

 ESSEN UND TRINKEN

Da läuft einem zu Recht das Wasser im Mund zusammen: Das Wichtigste zum Thema Essen und Trinken in Belgien, allgemeine Informationen zu belgischer Küche und Spezialitäten wie Pommes, Pralinen, Waffeln, den vielen Biersorten...

Brüssel - Essen und Trinken

(1-3) Rue des Bouchers (Quartier Ilot Sacre),
(4) Lokal auf der Rue Royale (Quartier des Libertes), (5) Restobar Touch and Go am Place Saint-Boniface (Ixelles), (6) Straßencafé am Place Saint-Gery (Quartier Saint-Gery-Dansaert),
(7) Waffeln auf der Rue de l’Etuve (Quartier Saint-Jacques), (8) Dandoy auf der Rue au Beurre (Quartier Ilot Sacre), (9) Pierre Marcolini am Place du Grand Sablon (Quartier des Sablons)

Schlemmerland Belgien, Hauptstadt Brüssel

Brüssels Restaurantdichte (über 2000 auf 161 km²), die raffinierte Küche und auch die tollen süßen Leckereien sind international bekannt. Die Stadt gilt als hochkarätige Gourmetmetropole. Was in Deutschland in Gourmetrestaurants als Spezialität gilt, zum Beispiel Schnecken oder auch Hopfen, ist in der belgischen Küche selbstverständlich und wird an Ständen auf der Straße verkauft. Viele Supermärkte haben eine derart große Auswahl an qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, wie sie in Deutschland nur in Feinschmecker-Läden zu finden sind.
Belgien ist berühmt für Fisch und Meeresfrüchte, Schinken, Wild, Käse, Pommes, Schokolade, Pralinen, Waffeln, Kuchen, Törtchen, Kekse, und natürlich Bier und Genever. Es gibt sogar belgisches Gemüse: Chicoree und Rosenkohl.

Zählt man Belgiens Michelin-Sterne zusammen und teilt sie durch die Einwohnerzahl, schlägt Belgien sogar das berühmtere Schlemmerland Frankreich. Belgien ist eine Nation von Gourmands und von Gourmets. Dies schlägt sich sowohl in einer feinen Küche (nirgends in der Welt gibt es auf derart kleinem Gebiet so viele mit hohen Auszeichnungen gekürte Feinschmeckertempel), als auch in einer bürgerlichen Küche nieder. In der Praxis heißt das, dass man hier große Portionen von guter Qualität bekommt, die sich durch Frische und Bodenständigkeit auszeichnen.

Man sollte meinen, dass viele Brüsseler bei dem guten Essen auch gut beleibt sind, aber man sieht füllige Menschen ungewöhnlich selten.

BELGISCHE KÜCHE:

Brüssel - Moules & Frites Brüssel - Lapin Brüssel - Chicorée / Witloof Brüssel - Vol au Vent Brüssel - Waterzooi

Die belgische Küche wurde leicht von der französischen Küche beeinflusst, hat aber eine ganz eigenständige Tradition.
Die belgischen Köche verwenden mit Vorliebe regionale und saisonale Zutaten, so dass es in diesem kleinen Land doch zu beachtlichen regionalen Unterschieden in der Küche kommt. So werden die Speisekarten und die häusliche Küche an der Küste von Muscheln und Fischen geprägt, in den Ardennen dagegen von Wild.

Das belgische Nationalgericht ist Moules & Frites. Belgier essen die Muscheln fangfrisch, auf verschiedene Arten verfeinert. So gibt es nicht nur Moules Nature (mit etwas Grün), sondern auch (nur drei Tipps von mir): “a la Creme” (mit heller Sauce und Grün), “Hot Circus” (süß, sauer, scharf, Wahnsinn), “a la Biere” (mit Biersauce, meistens Leffe). Und dazu: Pommes. Dazu aber später.

Einige typisch belgische Gerichte neben Moules & Frites, nicht verpassen:

  • Waterzooi: einfacher, aber raffinierter flämischer Geflügel- oder Fischeintopf.
  • Carbonade Flamande: Rinder- oder Schweinegulasch (ähnlich dem französischen Boeuf bourguignon, aber in würzigem Bier geschmort).
  • Gratin au Chicons: manchmal auch mit Schinken umwickelter überbackener Chicoree.
  • Vol au Vent: Hühnerfrikassee mit Blätterteig.
  • Stoemp: ein volkstümliches Gericht aus Kartoffeln, Karotten und Zwiebelsauce mit Beilagen, die je nach der Region variieren, zum Beispiel Blutwurst (Boudin) oder Weißwurst (Boudin blanc).
  • Lapin (Kaninchen) a la Gueuze: in Bier geschmort. Gueuze ist ein natürlich fermeniertes belgisches Bier aus der Brüsseler Region.
  • Lapin aux Pruneaux: Kaninchen mit getrockneten Pflaumen aus der Gegend um Lüttich.
  • Rognons de veaux a la Liegoise: Kalbsnieren auf Lütticher Art, mit Wacholderbeeren und Wacholderschnaps (Genievre oder Pequet genannt).
  • Faisan a la brabancone: Fasan auf Brabanter Art mit Chicoree.
  • Salade Liegeoise: nach der Stadt Lüttich benannter Salat aus Kartoffeln, feinen Prinzessbohnen, Knoblauch und optional Ardenner Schinken.
  • Filet americain: Rindertartar mit Kapern, Schalotten, Worcestersauce, Mayonnaise, Salz und Pfeffer abgeschmeckt.
  • Tomates crevettes frites: Mit Krabben und Mayonnaise gefüllte, ausgehöhlte Tomaten.
  • Filets de sole a l'Ostendaise: Seezungenfilets in einer mit Meeresfrüchten angereicherten Muschel-Nordseekrabben-Creme.
  • Moules parquees: Rohe Muscheln, die wie Austern mit Zitrone oder mit Schalottensauce serviert werden.
  • Anguilles au vert: “Grüner Aal” in einer Zwiebel-Estragon-Petersilie-Spinat-Kerbel Creme.

Speisen mit Saucen aus typischen belgischen Trappisten- oder Abteibieren sind sehr beliebt. Am besten trinkt man zum Essen genau das Bier, mit dem das Gericht auch zubereitet wurde. Nahezu alle Gerichte werden mit Pommes oder Kroketten serviert.

POMMES:
Brüssel - Pommes
Vor allem sie sind in Belgien etwas ganz besonderes.
Die meisten Menschen denken, Pommes wären eine Erfindung irgendeiner amerikanischen Fast-Food-Kette. Falsch. Oder sind sie aus den Niederlanden? Die holländischen Fritjes-Shops in deutschen Innenstädten können einen das vermuten lassen. Falsch. Was ist mit dem internationalen Namen French Fries, den wir im Ausland für Pommes benutzen? Doch aus Frankreich? French Fries - Französische Fritten? Falsch verstanden, hat nichts mit Frankreich zu tun. French (to french = Schneiden von Gemüse in längliche Stäbchen) + Fries (to fry = braten) = French Fries. Alles klar?
Eingefleischte Pommesfans wissen: Pommes Frites sind aus Belgien. Die beste belgische Erfindung aller Zeiten aus dem 17. Jahrhundert brauchte über 200 Jahre, um auch im Ausland richtig populär zu werden - und nun essen wir auf der ganzen Welt Tonnen von Pommes, die nach Meinung der Belgier aber völlig mißraten sind. Mal ehrlich - wer mal an belgischen Pommes geknabbert hat, ist der selben Meinung. Warum?

Belgische Pommes kommen nicht aus Kartons oder Plastiktüten, sondern aus der Erde. Besonders gut geeignet sind Kartoffelsorten wie Bintje, Agria, Desiree oder Rode eersteling. Die Kartoffeln werden in dicke Stäbchen geschnitten. Zum Frittieren wird Rinderschmalz oder ein Mix aus Ochsen- und Pferdeschmalz benutzt; das Fett wird täglich erneuert. Die Kartoffelstäbchen werden doppelt frittiert: Erst werden sie bei niedriger Temperatur gegart, dann kühlen die Pommes mindestens eine halbe Stunde ab. Dann kann man die Pommes in heißerem Fett kurz knusprig backen. Fertig.

Zur Geschichte: Im Raum Lüttich gab es früher eine enorm beliebte regionale Spezialität der einfachen Leute - kleine, frittierte Fische aus den wallonischen Flüssen und Seen. Um 1680 fegte ein besonders starker Winter über Belgien, die Flüsse und Seen froren zu. Was nun? Not macht erfinderisch. Ein Gastwirt kam auf die Idee, Kartoffeln in etwa die selbe Form zu schneiden und ebenfalls zu frittieren. Daher sind die echten Pommes auch so dick wie kleine Fische... Und - es hat wunderbar geschmeckt.

Man bekommt sie an jeder Ecke auf die Hand, sollte sich aber vorher die Saucenkarte anschauen. In den Frittenbuden hat man eine Auswahl aus bis zu zwanzig Saucen. Insgesamt gibt es in Belgien knapp fünfzig verschiedene Saucen. Damit man nicht zu langweiliger Mayo oder gar zu verpöntem Ketchup greift, hier wenigstens ein paar Tipps, die wichtigsten und beliebtesten Saucen, die es überall gibt:

Andalouse: mild tomatig und würzig
Americaine: tomatig und würzig, manchmal sehr scharf
Special: tomatig-mayonaisig, mit Zwiebelstückchen
Samourai / Pili-Pili: tomatig und extrem scharf
Cocktail: typische Cocktailsauce aus Tomaten und Whisky
Tartare: typische Remoulade
Bernaise: helle Sauce mit etwas Essig, würzig
Belgian Pickles: extrem sauer, mit Gemüsestückchen

Zu den Pommes gibt es überall eine ganze Kühlvitrine verschiedener Beilagen: Wurst, Hähnchen, Hähnchen-Stäbchen, Hähnchen-Nuggets, Fleisch-Spieße, Gulasch, Gulasch-, Garnelen- und Käsekroketten, Fischstäbchen, Bamischeiben, Bitterballen, Taccos, Hamburger uvm.

SCHOKOLADE:
Brüssel - Schokolade / Pralinen
Brüssel ist die unbestrittene Hauptstadt der Praline.
Die Geschichte: Im Jahr 1857 eröffnete Jean Neuhaus zusammen mit seinem Schwager, einem Apotheker, eine “pharmazeutische Confiserie” in den königlichen Galerien in Brüssel. Schokolade gab es damals üblicherweise in Apotheken,  gegen verschiedenste Beschwerden. Sein Sohn Frederic lernte in Brüssel das Handwerk des Konditors. Als sein Onkel starb, stieg er in die Confiserie seines Vaters ein; von nun an gab es mehr Süßigkeiten als bittere Arzneischokolade. Im Jahr 1895 wird das Geschäft in “Confiserie und Schokoladenfabrik Neuhaus-Perrin” umbenannt. Nach dem Tod Frederics 1912 steigt sein Sohn Jean Neuhaus junior in das florierende Geschäft ein.
Er ist besonders kreativ: Nach monatelangen Experimenten füllt er 1912 mit einer von ihm entwickelten Technik das erste Mal Schokolade. Diese Schokobonbons nannte er “Praline”. Die Praline war geboren. Später erfand er noch das “Ballotin”, die Pralinenschachtel.
Er stellte feinste Schokoladen und Pralinenspezialitäten her, und bald sollte auch das belgische Königshaus zu seinen Kunden gehören. Heute verkauft die Firma Neuhaus die Luxuspralinen weltweit. Das Orignialgeschäft in den königlichen Galerien in Brüssel gibt es natürlich noch heute, und ist eine Pilgerstätte für Schokoladenfans aus der ganzen Welt.
Doch Neuhaus ist nicht alles: Auch die Namen Leonidas, Godiva, Galler, Wittamer, Mary, Corne und Marcolini sollte jeder Schokoladenfan kennen. Die belgischen Chocolatiers genießen Weltruhm: Die Schokoladenkultur ist hoch entwickelt, denn im Vergleich zu anderen Ländern kam man in Belgien schon sehr früh und besonders günstig an Kakaobohnen heran.
Es gibt sowohl uralte Firmen, als auch junge Schokoladenstars, die edelste Tafelschokoladen, Riegel und Pralinen herstellen; verfeinert mit raffinierten, unvorstellbaren oder bisher unentdeckten Zutaten, göttlich gefüllt in hunderten Variationen und Geschmacksrichtungen. Ebenso gibt es verführerische Kuchen, Torten, und Desserts.
Der Brüsseler Flughafen ist heute weltgrößter Umschlagplatz für Kakaobohnen und Schokolade. Belgier sind schokowild, besonders Brüsseler - ein Pralinenladen liegt hier neben dem anderen, trotzdem gibt es nicht selten Schlangen vor den Läden. In manchen Straßen duftet es nach Schokolade...

WAFFELN:
Brüssel - Waffeln
Es gibt sie in Brüssel wie Sand am Meer. Dabei unterscheidet man zwischen den Brüsseler Waffeln (eher weiche Eierwaffeln) und den berühmten Lütticher Waffeln (dick, zuckersüß und buttertriefend). Beliebt sind sie auch mit Obst (besonders Erdbeeren und Bananen), Sahne, und / oder heißer Schokolade.

KUCHEN UND TÖRTCHEN:
Brüssel - Kuchen und Törtchen
Sie lachen den hungrigen Passanten überall entgegen. Reichlich Obst, leckere Sahne- und Puddingcremes, und natürlich - Schokolade.
Weltberühmt ist die Tarte au riz: Ein Mürbeteigkuchen, mit einer Milchreiscreme gefüllt.
Es muss aber nicht immer süß sein: Köstlich sind auch die Gemüse- und Fleischkuchen!

KEKSE:
Brüssel - Kekse
Nicht zu vergessen: Brüssel ist die Geburtsstadt des Spekulatius! Erfunden von Dandoy, in der Nähe des Grand Place. Auch das Geschäft gibt es noch heute.

 

BIER:
Brüssel - Bier
Belgien ist ein Bierland. In dem kleinen Belgien werden knapp 400 meist sehr hochprozentige Biermarken gebraut. Und die schmecken nicht alle gleich, es gab nämlich nie ein Reinheitsgebot: Die Geschmacksvielfalt ist kaum zu beschreiben, und die Bierkarten in den Cafés sind ellenlang.
Das Fehlen eines Reinheitsgebotes in Belgien bedeutet nicht, wie vor allem von den Deutschen vermutet, die ihr ehemaliges Reinheitsgebot so lieben, dass belgisches Bier zwangsläufig verpanscht, aromatisiert, und mit Konservierungsstoffen und Süßstoff angereichert wird, oder reines Chemiebier ist.
Nein, in Belgien wird seit langer langer Zeit mit viel Einfallsreichtum und Liebe gebraut, auch wenn einige Brauereien von der großen AB InBev gekauft wurden. Es gibt Brauarten, von denen man in Deutschland noch nie etwas gehört hat.
Und deutsches Bier wirkt in direktem Vergleich zu belgischem Bier tatsächlich langweilig und fad, mit zu wenig Geschmack, zu viel Wasser und zu wenig Alkohol. Belgisches Bier ist gerne stark: Bis zu 12% Vol. sind drin!

Es gibt eine Vielfalt an Sorten und Brauarten: Würzig, herb, bitter, sauer, fruchtig, kernig, süß; in der Flasche oder im Fass gereift, mit Korken, Bierdeckel, oder beidem. Es gibt alles. Zutaten wie Mais, Reis, Zucker, Honig, Karamel, Kräuter, Gewürze, Früchte... Das hört sich nach fiesem Sangria an, darf und kann aber niemals damit verglichen werden. Die belgischen Biere sind nicht mit peinlichen deutschen Bier-Mixgetränken zu vergleichen, die sich die Marketing-Experten der großen deutschen Konzerne zusammenbrauen (Apfel-Lemon etc.), sondern sind edel und haben Tradition.
Die geschmackliche Vielfalt ist noch nicht alles: Jede Brauerei füllt in eigene Flaschen ab - ergibt eine nie gesehene Vielfalt an verschiedenen Flaschenformen und -größen. Jedes Bier hat auch sein eigenes Glas, am häufigsten wird aus kelchartigen Gläsern getrunken. Und, wie könnte es anders sein, soll ein Bier auch nur im zugehörigen Glas schmecken - das ist bewiesen.
Zum Thema “exotische Brauarten”: Das Lambic z.B. reift an der Luft, damit es mit einer bestimmten Bakteriensorte, die angeblich nur im Raum Brüssel zu finden ist, in Kontakt kommt und so eine “spontane” Gärung auslöst! Wenn man für eine Weile Kirschen aus der Region Brüssel einlegt und dann alles nochmal in einer Flasche mit Korken reifen lässt - dann hat man das “Kriek”, welches man überall probieren kann - und sollte.
Mischt man verschieden alte Lambic-Sorten und lässt das Gemisch in der Flasche mit Korken reifen, kommt Gueze dabei heraus.

Doch in Belgien gibt es nicht nur Pils, Lambic, Fruchtbier und Gueze: Besonders berühmt ist das Land eigentlich für seine Trappisten- und Abteibiere.
Nur noch sieben echte Trappistenbrauereien gibt es auf der Welt - sechs davon sind in Belgien. Mit solchen starken, wunderbar würzigen Bieren kann man fantastisch kochen, und das machen die Belgier auch!

Die Brauarten und ein paar Tipps:

Pils: Etwa mit dem deutschen Pils vergleichbar, jedoch stärker im Geschmack, sind Stella Artois und Jupiler. Sie gehören zu den wenigen belgischen Bieren, die wirklich zum Durstlöschen geeignet sind. Mit einem Duvel, einem stärkeren und herberen Pils, geht das schon nicht mehr: Alc 8,5% Vol.
Blanche: Das beliebteste Weizenbier ist das mit Kräutern verfeinerte Hoegaarden.
Abbaye: Starkes, obergäriges Klosterbier, hell, braun, oder dunkel. Am bekanntesten sind wohl Leffe und Grimbergen. Es gibt verschiedene Ausführungen: Die dreifach gebrauten (Triple) überschreiten 10% Vol. deutlich.
Trappist: Weltweit gibt es nur noch sieben Trappistenbiere - davon kommen sechs aus Belgien: Chimay, Orval, Rochefort, Westmalle, Westvleteren und Achel. Es ist dunkles, obergäriges Bier, welches nur von den Mönchen des Trappisten-Ordens gebraut wird. Der Hauptanteil der Verkaufseinnahmen kommt sozialen Hilfsprogrammen zugute!
Lambic: Bier aus Gerste, Weizen und mehrjährigen Hopfen, gewonnen durch Schnellgärung. Dieses Bier ruht zwei Jahre und ist eine Spezialität aus Brüssel. Mit Kandiszucker verfeinert und köstlich ist das Faro von Lindemans. Unbeschreiblicher Geschmack.
Kriek: Dunkles Lambic-Bier, in dem mehrere Monate lang Kirschen aus der Gegend um Brüssel eingelegt werden. Fruchtig-kerniger Geschmack. Am beliebtesten sind Belle-Vue oder Mort Subite.  Neben Kirsche gibt es auch noch schwarze Johannisbeere, Pfirsich und Himbeere.
Gueze: Bier, welches aus einer Mischung alter und junger Lambic-Biere gewonnen und in Champagner-Flaschen abgefüllt wird. Es schmeckt leicht säuerlich, aber ganz interessant und frisch und ist im Geschmack mit keinem anderen Bier vergleichbar. Auch hier empfehlen sich Belle-Vue oder Mort Subite.

Das Beste und Kurioseste: Westvleteren. Dieses belgische Trappistenbier gilt unter Kennern als bestes Bier der Welt. Es hat viele Auszeichnungen erhalten, und in nahezu jeder Wahl oder Abstimmung im Bier-Internet belegt es den ersten Platz. Schön, könnte man denken, aber die Sache hat einen Haken: Es wird zuviel getrunken. Die Mönche brauen und verkaufen nur so viel Bier, wie sie zum Lebensunterhalt brauchen. Man muss nun telefonisch vorbestellen und kann das Bier dann zu einem bestimmten Termin abholen. Bei den Mönchen der Sint-Sixtus-Abtei in Westflandern. Kein Scherz!

Auch in großen belgischen Gaststätten gibt es meist nur eine kleine Auswahl Fassbier, da die meisten belgischen Biere traditionell in der Flasche reifen. Um etwas feines zu trinken, muss man also nicht unbedingt zum Fassbier greifen; man kann auch eine Flasche mit Korken und edler Papierumwicklung bestellen. Oder ein Kwak: Das Flaschenbier wird in kuriosen langen Gläsern mit Holzständer (bzw. -griff) serviert.

GENEVER:
Brüssel - Genever
Nicht nur nach dem Essen trinkt man gerne den berühmten belgischen Genever aus Hasselt. Man bekommt ihn überall in mindestens zwei Ausführungen: jung und alt. Sehr beliebt ist auch fruchtiger Genever: ganz besonders der Zitronengenever.

 

SUPERMÄRKTE:
Man sollte unbedingt mal einen Spaziergang durch einen der größeren Supermärkte machen. Vor lauter leckerer belgischer Schlemmereien läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Neben einem überaus großen Angebot verschiedener Biersorten, Waffeln und Keksen, Pralinen und Schokoladen, gibt es auch Unmengen von verschiedenen abgepackten, gekühlten, frischen belgischen Gebäck-, Kuchen- und Tortenspezialitäten, die nicht nur göttlich aussehen.
Marken, Sortiment und Geschmacksvariationen unterscheiden sich auch sonst stark vom Angebot in deutschen Supermärkten, es gibt viele für uns unbekannte Produkte zu entdecken. Von Schweppes Orange, Mango & Zimt über schwarze Schokolade als Brotaufstrich bis hin zu gekochtem Lachs in der Dose... Auch sollte man die vielen belgischen Pommessaucen im Glas probieren.

KNEIPEN:
In Belgien gibt es eigentlich keine Kneipen. Man geht in’s Café. Neben typischen Bierbeilagen (Brot mit Käse und Radieschen) gibt es meist mehr - der Übergang zum Restaurant ist fließend. Vor allem in den schönen Traditionslokalen, die schon über einhundert Jahre existieren, treffen sich oft Jung und Alt; auch in den Quartieren gibt es überall ein schönes Angebot - diese muffigen, zum Schreien geschmacklos eingerichteten deutschen Altherrenkneipen wie “Jägersruh”, “Zur Schänke”, “Spelunke”, “Bei Manni” oder “Bei Uschi und Detlef” gibt es in Belgien nicht.

SCHLEMMERVIERTEL:
Die Leckereien- und Schokoladenzentren sind das Quartier Ilot Sacre  3 / 4 Bourse (man sollte sich in Sachen Pralinen unbedingt an die bekannten Chocolatiers halten, es tummeln sich dort auch Touristenläden mit billigen Fabrik-Pralinen), und das Quartier des Sablons 2 / 6 Louise.
Die meisten Restaurants, Cafés, Lokale und Bars findet man in den Quartieren Ilot Sacre, Saint-Jacques, Saint-Gery-Dansaert
3 / 4 Bourse, im Quartier Sainte-Catherine 1 / 5 Sainte-Catherine, und in der Oberstadt im Quartier des Sablons, im Quartier Louise 2 / 6 Louise, und in Ixelles Bailli-Chatelain Tram Lesbroussart sowie Matonge / Saint-Boniface 2 / 6 Porte de Namur, aber auch sonst sind sie gut über die ganze Stadt verteilt.

Ganz besonders bekannt sind die Fressgassen rund um die Rue des Bouchers, auch Bauch von Brüssel genannt. In dem Gassengewirr nördlich des Grand Place reiht sich ein Restaurant neben das andere. Die bunten Gassen sind voll von Tischen, Stühlen, reichen Meeresfrüchte-Auslagen, großen Karten, und Kellnern.
Die Fressgassen werden gerne eine Touristenfalle genannt, und da ist etwas dran. Es gibt dort viele Restaurants “für Touristen”, in denen Einheimische nicht essen würden.
Es gibt aber auch zahlreiche empfehlenswerte, aber etwas teurere Traditionsrestaurants - und an die sollte man sich halten, wenn man in diesem charmanten Viertel speisen möchte.

PREISE:
Belgien ist ein Land der Kochkunst und der erlesenen Zutaten, und das merkt man zum Teil an den Preisen. Jedoch ist das Essen sein Geld wert, das muss gesagt werden.
Was die meisten Touristen nicht wissen: Man kann aber nahezu überall auch sehr günstig und trotzdem gut essen - man muss nur wissen, wo.

ZEITEN:
Die Restaurants haben in der Regel von 11:30 bis 22 Uhr geöffnet, Bars und Cafés schließen gegen 3 Uhr, öffnen zum Teil aber um 6 Uhr. Zudem gibt es in der Unter- und Oberstadt Nachtrestaurants und -brasserien.



 

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