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Atomium Das Atomium in Brüssel gehört neben dem Eiffelturm in Paris wohl zu den tollkühnsten Gebäuden in Europa. Es steht in Laeken, auf dem Heysel-Plateau im Brüsseler Norden, und ist das Wahrzeichen der Weltausstellung von 1958.
Das Gebäude Das Atomium stellt ein Eisenmolekül dar, und zwar in exakt 165-milliardenfacher Vergrößerung. Das Atomium ist 102 Meter hoch und 2400 Tonnen schwer; die neun Kugeln haben jeweils einen Durchmesser von 18 Metern. In der vertikalen Röhre fährt Belgiens schnellster Aufzug von der unteren Kugel über die mittlere bis in die Panorama-Kugel. Durch die schrägen Röhren kann man über Belgiens längste Rolltreppen oder normale Treppen in die anderen Kugeln gelangen. Der Architekt A. Waterkeyn, der im Oktober 2005 im Alter von 88 Jahren verstarb, widmete das Atomium dem wissenschaftlichen Fortschritt. Es wurde in nur drei Jahren erbaut - eine Meisterleistung - und sollte nach der Ausstellung wieder abgerissen werden. Einen Abriss hat die Stadt aber nicht über’s Herz gebracht - und kaufte das außergewöhnliche Bauwerk nach Ausstellungsende. Das Atomium sollte so lange wie möglich erhalten und für Besucher geöffnet bleiben, und wurde zu dem Wahrzeichen von Belgien und Brüssel.
Zahn der Zeit Die Konstruktion war aber nicht für die Ewigkeit gedacht, und mit den Jahren verfiel das Bauwerk unaufhaltsam. Es wurde zwar gelegentlich teilsaniert, die Kugeln wurden von Hand poliert, von an Seilen hängenden Arbeitern, aber die Alu-Haut glänzte nie mehr, und wurde immer löchriger: Zuletzt tropfte es bei Regen hinein - auf dem Teppich bildeten sich Stockflecken. Durch die verschwommenen Fenster in der Panorama-Kugel konnte man schon länger kaum noch blicken.
Vollsanierung Man munkelte wieder vom Ende, doch im Jahr 2003 gab es plötzlich gute Nachrichten: Das Atomium wird vollsaniert. Die Nachricht hat erst kaum Beachtung gefunden. Es wurde schon mehrfach saniert, und viel gebracht hat das nie. Als dann aber aufsehenerregend die Alu-Haut der Kugeln abgenommen wurde und die Kugeln nur noch aus Stahlgerippe bestanden, war klar: Diesmal erstrahlt das Atomium in neuem Glanz. Die Bauarbeiten waren ein Gemeinschaftsprojekt des Staates Belgien, der Stadt Brüssel und einer eigens gegründeten gemeinnützigen Gesellschaft. Die Gesamtkosten für die Sanierung beliefen sich auf 26 Millionen Euro. Etwa eintausend der dreieckigen, leicht gewölbten Außenplatten, quasi die Fassadenstücke, wurden für 1000€ / Stück verkauft, der Rest wurde eingeschmolzen. Alles wurde durch größere Inox-Platten ersetzt, die Schmutz abweisen, sich bei jedem Regen selbst reinigen und nicht rosten; auch die Röhren wurden saniert und lackiert. Das Atomium glänzt in der Sonne, tagsüber spiegelt sich die Stadt, und nachts spiegeln sich die Lichter in den Kugeln. Vor der Sanierung wurden die Kugeln von unten orange angestrahlt, jetzt leuchten sie, wie zur Expo 1958, wieder selbst.
Wiedereröffnung 2006 Das Atomium wurde am 14.02.06 feierlich wiedereröffnet; seit dem 18. ist es wieder für Besucher zugänglich. Am Osterwochenende, 15. und 16. April, gab es rund um das Atomium ein Eröffnungs-Volksfest mit einem gigantischen Feuerwerk.
Das neue Atomium Das neue Atomium bietet ein Feuerwerk an Attraktionen: Spektakuläre Ausstellungen und Kunstaktionen, interaktive Animationen, eine Panoramaetage, Versammlungs-, Konferenz- und Partyräume, eine Bar, ein Restaurant, ein Kinderhotel für Schulklassen... Geplant sind Konzerte, Filmvorführungen, Tanzveranstaltungen und Mega-Party-Events. Das Umfeld soll verschönert werden: Man spricht unter anderem von einer verkehrsfreien Esplanade...
Das Innenleben Die Innenausstattung wurde von der Antwerpener Architektin Christine Conix gestaltet. Die Ausstellungen beschäftigen sich mit den 1950er-Jahren und der Geschichte des Atomiums. Unter anderem gibt es auch eine Photo-Dokumentation über die Sanierung von Jean-Francoise Plissart. Spektakuläre Kunstaktionen gibt es, aktuell von Jean-Luc Moerman. Das Restaurant wird vom Belgier Alexandre Masson geführt; auf der Karte stehen belgische Gerichte aus regionalen Zutaten, die der Jahreszeit entsprechen.
Ein völlig neuer Rundgang: Im Eingangsbereich, dem Ende April 2006 fertiggestellten Pavillion, gibt es einen Museumsshop rund um das Atomium. Die unterste Kugel, der ehemalige Eingangsbereich, ist den 1950er-Jahren und der Entstehung des Atomiums gewidmet. Folgt man den Rolltreppen, erreicht man erst die Kugel der Sonderausstellungen, dann die zentrale Kugel, in der es interaktive Animationen von “Société de Pinxi” zu bestaunen gibt. Daneben gibt es eine Bar, und eine Etage höher, das ehemalige Büro vom Architekten, welches nun unter anderem als Versammlungsraum genutzt wird. Mit dem Aufzug gelangt man in die oberste Kugel mit dem Panoramablick (mit Lichteffekten von dem deutschen Lichtkünstler Ingo Maurer) und in das Restaurant darüber. Der Abstieg erfolgt durch eine den Kindern gewidmete Kugel, die die spanische Künstlerin Alicia Framis entworfen hat.
2008 - 50 Jahre Atomium Am 17.04.08 feierte das Atomium seinen 50. Geburtstag mit einem riesigen Feuerwerk. Zwischen dem 17.04. und dem 19.10.08, genau zu der Zeit der Expo von 1958, fanden mehr als 30 verschiedene Veranstaltungen statt. www.brussels-expo58.be
Praktische Infos: Das Atomium steht im Brüsseler Norden, auf dem Boulevard du Centenaire im Park der Expo. Es ist mit dem Auto einfach zu erreichen, da es sowohl vom Ring als auch vom Zentrum aus bestens beschildert ist. Parklätze sind vorhanden. Auch mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln erreicht man das Atomium gut; am besten ist die Metro. Atomium: Station Heysel.
geöffnet täglich von 10-18 Uhr Eintritt: 9€
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